Veröffentlicht am: Fachmeldung

264. Sitzung der ZKBS
Veröffentlicht am: 5. September 2025
Die 264. Sitzung der Zentralen Kommission für die Biologische Sicherheit (ZKBS) fand am 2. September 2025 am BVL in Berlin statt.
Einstufungen von Spender- und Empfängerorganismen
Die Pseudomonaden Pseudomonas alcaligenes, Pseudomonas luteola, Pseudomonas mendocina, Pseudomonas oryzihabitans, Pseudomonas otitidis und Pseudomonas simiae [PDF, 258 KB] wurden als Spender- und Empfängerorganismen für gentechnische Arbeiten der Risikogruppe 2 zugeordnet. Pseudomonas canadensis [PDF, 258 KB] wurde hingegen der Risikogruppe 1 zugeordnet.
Die Bakterien Xylella fastidiosa [PDF, 137 KB] sowie Bacillus cytotoxicus [PDF, 144 KB] wurden als Spender- und Empfängerorganismen für gentechnische Arbeiten der Risikogruppe 2 zugeordnet.
Die doppelt auxotrophe Mutante Mycobacterium tuberculosis H37Rv ΔpanCD ΔleuCD wurde im Rahmen einer Amtshilfe in die Risikogruppe 2 herabgestuft.
Weiterhin wurden die Orthopockenviren Orthopoxvirus raccoonpox, Orthopoxvirus volepox, Orthopoxvirus skunkpox und Orthopoxvirus taterapox [PDF, 166 KB] , die Betanodaviren Betanodavirus epinepheli, Betanodavirus pseudocarangis, Betanodavirus takifugui und Betanodavirus verasperi [PDF, 163 KB] sowie Megalocytivirus pagrus1 [PDF, 151 KB] und Tilapinevirus tilapiae [PDF, 136 KB] als Spender- und Empfängerorganismen für gentechnische Arbeiten der Risikogruppe 2 zugeordnet.
Im Rahmen der Bewertung gentechnischer Arbeiten wurde zudem das Rodent hepacivirus (Isolat B349/PAN/2014) der Risikogruppe 2 zugeordnet.
Aktualisierung der Einstufungshilfe für Influenza-A-Virus-Mutanten
Gemäß der Allgemeinen Stellungnahme zur Risikobewertung von gentechnischen Arbeiten mit rekombinanten Influenza-A-Viren (nicht barrierefrei) [PDF, 530 KB] aktualisiert die ZKBS jährlich eine Liste mit bewerteten Mutationen verschiedener Genomsegmente als Einstufungshilfe. Bei der diesjährigen Aktualisierung wurden die Kriterien für die Feststellung einer möglichen relevanten Veränderung der Pathogenität überarbeitet. Es wurden daraufhin 11 neue Mutationen im HA-Genomsegment aufgenommen, die zu einer Eingruppierung rekombinanter Viren in die Risikogruppe 3 führen; neun bisher mit einem erhöhten Gefährdungspotenzial assoziierte Mutationen wurden wieder entfernt. Weitere Informationen können Sie der Liste entnehmen, die sich als Anhang an der o.g. Stellungnahme befindet.
Monitoring Synthetische Biologie für das Jahr 2024
Für das Jahr 2024 wurden 225 Publikationen beim Screening identifiziert, die näher betrachtet wurden. Der Arbeitskreis hat davon final 28 Publikationen ausgewählt, die als Kurzzusammenfassung bereits auf der englischen ZKBS-Homepage erschienen sind. Die deutschen Übersetzungen folgen in Kürze.
Zwei Publikation wurden von der ZKBS als Highlight für das Jahr 2024 ausgewählt:
Den Autoren der Studie von Chen et al. gelang es den ersten multizellulären Organismus, ein Moos, mit einem teilweise synthetischen Chromosom herzustellen. Gao et al. konnten erfolgreich ein gentechnisch verändertes Cyanobakterium als photosynthetisch aktiven Endosymbionten in Hefezellen einbringen. Mehr dazu können Sie auf den ZKBS-Seiten zum Monitoring der Synthetischen Biologie lesen.
Als Fazit des Monitorings stellt die ZKBS fest, dass alle von ihr als Forschungsbereiche der Synthetischen Biologie betrachteten, publizierten Ansätze, nach wie vor durch bestehende gesetzliche Regelungen, insbesondere das GenTG, abgedeckt sind.
Im Dezember 2024 erschien zudem ein Kommentar von Adamala et al. als Policy Forum-Artikel der Fachzeitschrift Science, der von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen unterstützt wurde und mit dem sich die ZKBS aktuell befasst. Der Kommentar beleuchtet Chancen und Risiken der möglichen zukünftigen Erschaffung sogenannter Spiegelbakterien, die ausschließlich aus spiegelbildlichen Bausteinen (Aminosäuren, Zucker etc.) aufgebaut sind. Eine Sorge der Autoren ist dabei, dass Spiegelbakterien möglicherweise die Immunabwehr von Lebewesen umgehen könnten. Die Herstellung von selbstreplizierenden Spiegelbakterien wird jedoch frühestens in einigen Jahren technisch möglich sein. Die ZKBS wird zu dem Science-Artikel demnächst einen Kommentar auf ihrer Homepage veröffentlichen.
Info-Veranstaltung zur Nutzung von KI in der Gentechnik
Am Vortag der ZKBS-Sitzung fand eine ZKBS-interne Informationsveranstaltung zum Thema „Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) zum Design von Genomen“ statt. Hierzu waren als Gastredner Herr Prof. Dr. Beat Christen, Leiter des Instituts für Mikrobiologie der Universität Stuttgart, sowie Herr Prof. Dr. Michael Knop, stellvertretender Direktor des Zentrums für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg und beteiligt am neuen interdisziplinären Zentrum für Synthetische Genomik, eingeladen.
Beide Redner gaben einen Überblick über die Möglichkeiten der Nutzung von KI in der biologischen Forschung und diskutierten, wie die Risikobewertung von zukünftig ggf. künstlich erzeugten Genen, Genomen und Organismen adäquat durchgeführt werden kann.
Die nächste Sitzung der ZKBS findet am 4. November 2025 als Webkonferenz statt.
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Ausgabejahr: 2025
Datum: 12.09.2025
Kontakt
Geschäftsstelle der ZKBS beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
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E-Mail Adresse: kontakt-zkbs@bvl.bund.de